Dienstag, Oktober 19, 2004

soziale Gerechtigkeit??

Immer wieder les ich davon "man müsse doch soziale Gerechtigkeit größer thematisieren". Aber ich lese nirgendswo in der Bloggerwelt etwas zu den tagepolitischen Themen und darüber hinaus? Was ist mit Opel und Karstadt? Was mit Hartz 4 und Sozialkürzungen? Was haben wir denn zum Neoliberalismus zu sagen? Hier muss noch viel Bewußtsein gebildet werden....
Ich denke, dass man in der heutigen Zeit sehr viel Mut haben zur (ökonomischen!) Unvernuft, zu vermeintlich irrationalem, naiven, "überholten", idealistischen Denken um dazu etwas zu sagen.
Man stellt sich gegen ein System, dass sich als alternativlos darstellt, als "überpersönliche Notwendigkeit" (SZ) . Mir ist vor kurzem klar geworden dass es überhaupt keine notwendige Verbindung zwischen Demokratie und Neoliberalismus gibt (anders als dargestellt!) . Die Alternative zu dem diaktatorischen Verhalten der Ökonomie ist nicht Sozialimus sondern Demokratie, radikale Demokratie. Demokratie, die sagt "Wir sind das Volk!" wir bestimmen hier nicht der freie Markt.

Gut dann noch mein kleiner kämpferischer Beitrag zu den Streiks im Ruhrpott. Vielleicht sollten wir uns mehr zu diesen Leuten von vorgestern und ihre Proteste die doch alles nur Schlimmer machen stellen. Das Lied ist von Hannes Wader und schon 20 oder mehr Jahre alt und unglaublich passend:

Wir hofften in den Sechzigern
Trotz Pop und Spuk und alledem
Es würde nun den Bonner Herrn
Scharf eingeheizt trotz alledem

Doch nun ist es kalt trotz alledem
Trotz SPD und alledem
Ein schnöder, scharfer Winterwind
Durchfröstelt uns trotz alledem

Doch nun ist es kalt trotz alledem
Trotz SPD und alledem
Ein schnöder, scharfer Winterwind
Durchfröstelt uns trotz alledem

Auch Richter und Magnifizenz
Samt Polizei und alledem
Sie pfeifen auf die Existenz
Von Freiheit, Recht und alledem

Trotz alledem und alledem
Trotz Grundgesetz und alledem
Drückt man uns mit Berufsverbot
Die Gurgel zu trotz alledem

Trotz alledem und alledem
Trotz Grundgesetz und alledem
Drückt man uns mit Berufsverbot
Die Gurgel zu trotz alledem

Doch hat der Staat sich nur blamiert
Vor aller Welt trotz alledem
Auch wenn die Presse Lügen schmiert
Das Fernseh`n schweigt trotz alledem

Trotz Mißtraun, Angst und alledem
Es kommt dazu trotz alledem
Daß sich die Furcht in Widerstand
Verwandeln wird trotz alledem

3 Comments:

At 10/20/2004 5:00 PM, Blogger BON-Arne said...

Ich nehm alles zurück und behaupte das Gegenteil! *gg*
Naja das wars mit den Protesten... schade! Der Versuch zählt.

 
At 10/25/2004 10:00 PM, Blogger Johannes Kleske said...

Für mich geht's bei Thema 'sozile Gerechtigkeit' eben nicht darum, bei den großen Themen kräftig mit zu motzen, sondern im Alltag was zu verändern. Wenn das läuft, fange ich auch an zu motzen.

 
At 10/25/2004 10:48 PM, Blogger BON-Arne said...

ja das findich schon gut. Man muss auf jedenfall auch handeln. Aber ich merke wie sehr diese Theorien und großen Themen in unser Alltagsleben verwoben sind. Es gängt ja dabei an, dass ich eben aus etwas unwohlhabenderer Abstammung bin als die meisten im Gymnasium. Mein Vater war auch schon arbeitslos. Wir sind aus Arbeitsgründen umgezogen, ich hab gesehen wie ganze Gemeinden zerbrochen sind, weil die guten Leute alle weggezogen sind. Gerade dort wo christliche Missionare gebraucht werden. Und da kommt man nach Südwestdeutschland mit seiner tollen Christenghettokultur mit bis zu 5 Jugendgottesdiensten pro Region, christliches Krankenhaus, Megakirchen. Das hat irgendwie auch mit Gerechtigkeit zu tun.
Oder diese Reduktion menschlichen Lebens auf Arbeit.
Diese Gesellschaftsform die auf Ehrgeiz (im Sinne von: den anderen verdrängen), Egoismus und Habsucht aufbaut. Ich weiß auf jedenfall was du meinst: man darf nicht so rumtheoretisieren und muss konkrete Sachen machen. Seh ich auch so. Aber für mich ist Kritik am Kapitalismus nicht theoretisch, ich sehe einige Menschen aus meinen Bekantenkreis, die es eben nicht geschafft haben, vor meinen Auge wenn ich das kritisiere, nicht eine abstruse Theorie.

 

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