Samstag, September 25, 2004

einige verbitterte, kritische Gedanken

was mich an der Kultur, in die ich zwischen 8Uhr und 14 Uhr reingesteckt werde, grad ankotzt:
-eine Kultur der Dekadenz:
Wer hat bitteschön Gangsterrap salonfähig gemacht? The american dream: Geld, Mädchen, Autos. Es ist so klischeehaft, so billig, das ich es eigentlich nicht mal kommentieren will.
-eine Kultur der Stärke:
Es geht darum sich durzusetzen. Ehrgeiz wird gefördert und gefordert. Und Ehrgeiz heißt in dem Zusammenhang nicht das was man macht ordentlich zu machen sondern in dem was man macht besser zu sein als die anderen. Ellenbogen raus und keine Schwäche zeigen. Niemals wahre Gedanken und Gefühle zeigen.
-eine Kultur der Empörung:
Sich immer aufregen, aus der Distanz beurteilen und verurteilen, in die zwei moralischen Kategorien einteilen die noch übrig sind: nicht gut und böse sondern normal und peinlich. Aber nur wenn der/diejenige abwesend ist, denn Konfrontation will man auch wieder nicht. Dann lieber so tun als ob. Hinten rum lästern, vorne rum lächeln.
-eine Kultur, die Amüsement mit Glück oder Aufstand verwechselt:
Am Wochenende, ja am Wochenende zeigt man's der Welt. Indem man seinen Schmerz betäubt.
-eine pragmatische Kultur:
Wenn man Ideale hat, dann nur um weiter zu kommen. Heucheln und immer Verständnis für die Leute zeigen, die über einem stehen. Hauptsache gewinnen egal was man dafür Opfern muss und welche Regeln man brechen muss.

Wenn das jetzt selbstgefällig und arrogant klingt: sorry war nicht so gemeint, nur wahrscheinlich braucht man das um nicht selbst drauf reinzufallen.

4 Comments:

At 9/27/2004 2:55 AM, Blogger jansalleine said...

Tja, da fallen mir eigentlich nur "bereits gedachte Gedanken" meinerseits zu ein...
Alles verpackt im Song "Polymorphie" --- dem Versuch diesen Begriff aus Biologie / Programmiersprachen in der Soziologie umzusetzen.

"Die Welt weiß nicht, daß es (das Kind) schon weiß: Die Lüge herrscht in dieser Zeit. [...] Leise liegt die Mutter wach, neben dem Mann, und denkt noch nach. Wann das Kind erfährt, was es schon weiß. Sie dreht sich weg und weint ganz leis..."

 
At 10/01/2004 7:03 PM, Anonymous Anonym said...

JA Arne! JA! JA!
(Es hätte so schön sein können...)

Danke.

Warum ist es eigentlich viel schwieriger, NICHT dazuzugehören?

(LGKarö)

 
At 10/05/2004 5:09 PM, Blogger marlster said...

Hi Arne, gut formuliert, sehr treffend! Weiter so...

 
At 9/01/2005 1:36 PM, Anonymous daniel said...

das sit richtig gut:
Distanz: von jemand reden und über jemand reden
warum muss man immer gleich urteilen und werten anstatt zu untersuchen und zu überlegen

 

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